In einer Zeit, in der es als Fortschritt gilt, immer mehr und
komplexere Informationen auf immer kleiner werdendem Raum
und immer schneller von A nach B zu transportieren, muten
die Obertonklänge in ihrer Langsamkeit wie Zeugen aus
längst vergangenen Zeiten an. Hier gibt es zu nichts
zu verstehen, sondern nur das Hören in den Klang hinein
und Achtsamkeit für sein allmähliches sich Verändern
in Klangfarbe und Obertönen.
In vielen Kulturen werden Obertöne seit alters her mit
der Absicht der kontemplativen Versenkung, der Erhebung
der Seele, der inneren Reinigung und zu Heilzwecken zum
Schwingen gebracht. Beim Hören und Singen von Obertönen
kommen wir mit dieser universalen Schwingungskraft in Kontakt
und finden zu der inneren horchsamen Haltung, in der Fülle
nicht mehr eine quantitative Dimension beschreibt, sondern
eine Einstellung der Wahrnehmung und des Bewußtseins
ausdrückt.
Im Tönen und Lauschen heben wir unser Bewußtsein
auf eine sehr feine Schwingungsebene, können die Transparenz
unserer körperlichen Grenzen erfahren und uns der heilsamen
Energie der Obertöne öffnen.